Pranti Pranit Ragazy: Das war eine wirklich sensationelle Performance zusammen mit eindrucksvollen Bildern im Düsseldorfer „Kunstraum". Die Gruppe „Gallery Fist" legte ganz schön los.

Die Fotos geben natürlich nicht die tolle Sound- und Videokulisse wieder. Zuammen mit der Dschungelhaften Installation und den Akteuren hat dieser „mediale Overkill" dazu eingeladen, in eine andere und doch so alltägliche Welt einzutauchen. Eingerahmt wurde dies mit Bildern und Videos des Künsterduos „Deckkraft" und des FADBK-Absolventen Becker-Schmitz.

Diese Bilder sollen einen kleinen Einblick in die Stimmung der diesjährigen CeBit geben. Ganz ohne Kommentar - viel Spaß beim Anschauen!

Was schenkt man einem Foto-Interessierten? Die größte Auswahl hat man immer noch beim klassischen Buch. Aber wenn man nicht genau über Fachwissen und Interessen des Beschenkten Bescheid weiß,  ist das Buch entweder zu einfach oder zu kompliziert.

Ich habe einige Titel aus meinem Regal rausgesucht. Sie sind für Anfänger und Profis geeignet. Denn hier geht es oft weniger um Technik als um das Foto an sich. Und wie anerkannte Fotografen damit bekannt wurden. Das ist nicht nur spannend, sondern man kann sich auch einiges abschauen.

Starten möchte ich allerdings mit einer DVD-Reihe:
ARTE PHOTO Vol. 1 bis 3 (Link). Wer in 2012 die ersten vier Folgen der sehr sehenswerten Arte-Doku PHOTO verpasst hat, kann diese günstig auf DVD bekommen. Die Fotos werden so "seziert", dass man einen Eindruck von der Herangehensweise des Fotografen erhält. Manchmal schon so gut, als wäre man dabei gewesen. Der Bogen spannt sich vom ersten Foto bis zu den Becher-Schülern. Ein absolutes Muss für jeden Fotografen - auch wenn es manchmal etwas exotisch zugeht.

stiegler-meisterwerke-der-fotografieMeisterwerke der Fotografie von Bernd Stiegler ist klasse zum Mitnehmen und Immer-wieder-hineinschauen. Es hat das kompakte Reclam-Format und passt in jede Jackentasche. Auf 150 Doppelseiten gibt es je ein wichtiges Bild der Fotografiegeschichte und eine Seite Text dazu. Man kann also nach Lust und Laune springen. Vom allerersten Foto bis zu den Fotos des 21. Jahrhunderts ist alles knapp, aber sehr treffend erklärt.

Jedes Jahr gibt es das Graphis Photo Annual. Und jedes Jahr ist es schneller ausverkauft - zu Recht. Die großformatigen Hardcover-Bände bestelle ich über amerikanische Versender, wo man sie zu reduzierten Preisen bekommt. Empfehlenswert sind auf jeden Fall alle Ausgaben ab 2000. Sortiert nach Sachgebieten (Stillleben, Portrait, Tiere, Landschaft usw.) gibt es viele sehr hochwertige und anspruchsvolle Fotos. "Werbefotografie" war in den älteren Bänden noch vorherrschend. Das hat sich jedoch zunehmend zum Positiven geändert. Die Druckqualität ist sehr gut und jede Ausgabe kommt ansprechend rüber. Ein edles Geschenk.

Jetzt aber doch ein Buch zur Fototechnik. Während die meisten Technik-Bücher zur Hälfte aus Photoshop-Anleitungen bestehen, ist dieses Werk eine positive Ausnahme. Light Science and Magic von Fil Hunter ist in einem einfachen Englisch verfasst. Hier wird nicht nur gezeigt, wie es geht (und das sehr gut!), sondern auch warum. Dieses Werk ist das einzige zur Fototechnik, welches ich überhaupt noch in die Hand nehme. Es gibt eine übersetzte deutsche Ausgabe, die teurer und mittlerweile vergriffen ist.

fotografie-als-zeitgenoessische kunstFotografie als zeitgenössische Kunst von Charlotte Cotton ist mein persönlicher Favorit. Wer sich für moderne künstlerische Fotografie interessiert oder studiert, dem sei dieses Buch empfohlen. Es bietet derzeit den besten Überblick über kontemporäre Fotografie. Mir gefällt, dass es nicht katalogmäßig von A-Z aufgebaut ist. Hier gibt es thematisch gut aufgebaute Kapitel, die spannend geschrieben sind und treffende Bildbeispiele enthalten. Sie haben in der "konventionellen" Fotografie schon alles durch? Sie glauben, da gibt es irgendwo noch mehr? Dann lassen sie sich auf dieses fantastische Buch ein. Es erweitert ihren Horizont, es ist vergleichsweise aktuell und bei Ausstellungen können Sie endlich mitreden ;-)

PHOTONEWS 12-13-1-14Zuletzt sei noch die wohl beste Fotozeitschrift erwähnt: Photonews ist eine deutsche und monatlich erscheinende Puplikation, die mit viel Herzblut erstellt wird. Der Fokus liegt auf der künstlerischen Fotografie und es gibt einen sehr guten Kalender, welche Ausstellungen gerade aktuell laufen. Von Kameratests und immer neuen und immer genau so langweiligen "Spitzenfotografen" bleibt man hier verschont. Für rund 3€ kann man hier wirklich nichts falsch machen. www.photonews.de

 

Man kann sich ja kaum dagegen wehren: Als Erster eine Weltneuheit in seinen Händen zu halten, macht einfach Spaß. Und gestern war es soweit!

Die Firma Zeiss hat eingeladen - nämlich ca. 25 ausgesuchte Blogger, Fotografen und führende Fotofachzeitschriften. Also ging es am Dienstagmorgen mit dem Flieger nach München, um die neuen Objektive zu testen. 

Zwei Objektive, die auf den seltsamen Namen TOUIT hören (eine Papageienart), wurden erstmalig gezeigt. Und wir waren die ersten "Nicht-Zeisser", die sie sehen und ausprobieren durften:

  • ZEISS TOUIT 2.8/12mm Weitwinkel
  • ZEISS TOUIT 1,8/32mm Normalbrennweite

Ich möchte vor allem Bilder sprechen lassen. Doch zunächst einige Anmerkungen.

Der Winter hat fotografisch gesehen unbestritten seine künstlerischen Reize. Bekanntlich gibt es ja kein "schlechtes Fotowetter", und so gesehen würde ich mich nie beschweren.

Trotzdem ist es klasse, dass heute nach gefühlten 6 Monaten Schmuddelwetter und Schneeschippen endlich der Frühling da ist. Als ersten Frühlingsboten in Neuss konnte man heute einen Baum am Clemens-Sels-Museum ausmachen. Nach dem anstrengenden Winter ist das sicher ein Foto wert.

Auf das es ein schöner und erfolgreicher Sommer wird!

Manchmal lenkt einem der Zufall -oder das fotografische Gespür- in die richtige Richtung. So nehmen wir nach dem letzen Bild der Ausstellung "Andreas Gursky - Fotografische Positionen" in Düsseldorf nicht den direkten Weg zur Garderobe, sondern machen einen Umweg durch den bereits besuchten ersten Ausstellungsraum.

Gerade zu dieser Zeit beginnt Andreas Gursky eine Führung durch seine eigene Ausstellung - wie sich später rausstellen sollte, eher familiärer Natur. Trotzdem hat niemand etwas dagegen, dass man sich anschließt. Und so nutze ich die Gelegenheit, eine 2-stündige Führung vom "teuersten Fotografen der Welt" zu bekommen.

"Unser Taxi ist da, wir müssen schnell über die Strasse". In panischer Angst flüchteten die beiden Lehrer vom Hoteleingang über das Kopfsteinpflaster. Kurze schnelle Blicke zu der Gruppe jugendlicher Russen, die an der Straßenecke den Freitagabend verbrachten. Man sah den beiden die Erleichterung an, als sie das Innere des Fahrzeugs erreicht hatten.

Soviel zum erlebten Krimi... doch dazu später mehr. Zugegeben - wer zum ersten Mal das Moskauer Viertel in Riga sieht, bekommt Zweifel - mit dem Taxi schnell in die historische Innenstadt, wäre das nicht sicherer gewesen? Und überhaupt sieht es hier doch wie in Duisburg aus... Doch bei genauerem Hinsehen ändert sich der Eindruck.

So lohnt es sich also auf jeden Fall, das Viertel zu Fuß zu erkunden. Es besticht vor allem durch die marode wirkenden Holzhäuser. Dies wirkt zunächst sehr befremdlich. Die Straßen sind allesamt großzügig und verstärken den morbiden Charme. Sowohl der abendliche Gang bei leichten Regen als auch bei Sonnenschein bieten reichlich Fotomotive. Übrigens bietet Riga ein modernes und pünktliches Nahverkehrssystem mit (O-)Bussen und Straßenbahnen.

Damit kommt man auch schnell in die historische Altstadt - und das ist wohl der Teil, den 90% aller Riga-Besucher auschließlich kennen. Viel "historisches" Mauerwerk mit Motiven für "schöne Bilder" ;-)

In unmittelbarer Nähe befindet sich der Bahnhof. Viele Züge fahren hier nicht los. In Riga heißt das vor allem: Eine klasse Einkaufsmöglichkeit mit niedrigen Preisen. Neben einem gut bestückten Supermarkt gibt es viele kleine und Shops sowie (wie überall in Lettland) Kafenijca.

Für den Rundum-Überblick besucht man am besten die Akademie der Wissenschaften. Das Gebäude war ein "Geschenk" der damaligen UDSSR und sieht auch sehr nach Kreml aus. Der Eintritt für die Aussichtsplattform ist wie überall im Land günstig; und so geht es mit dem Aufzug 15 Stockwerke nach oben. Von hier hat man einen schöne Überblick über die gesamte Stadt.

In unmittelbarer Nähe gibt die Markthallen. Das sind 4 große Hallen, in denen ursprünglich Zeppeline montiert wurden. Hier gibt es endlos viele Händler. Eine Halle beherbergt nur Fleisch, die nächste Fisch, dann Obst und Gemüse usw. Hier kann und sollte man ruhig einkaufen.

Außerhalb der Stadt, direkt an der Düna, befindet sich der Fernsehturm Riga. Er mit 368m einer der höchsten Bauwerke Europas und kann besichtigt werden. Eine deutschsprachige Führung ist verfügbar, und von oben kann man grandiose Bilder machen.

Bildergalerie: www.fotojell.de/gallery/g/riga

Tags:

Der Kurs

Diesen Kurs habe ich in der Zeitung entdeckt. Davor war mir das "Schneckenhaus" in Grevenbroich nicht bekannt. Es handelt sich um eine Einrichtung, die sich u. a. um die Pflege von verletzten Wildtieren kümmert. Der Name ist wohl von der Form des Hauses abgeleitet. Der Kurs findet ab 12.00 Uhr am Samstag statt, man sollte etwa 4 Stunden einrechnen.

Die Dozenten machen einen kompetenten Eindruck. Folgende Themen werden zentral angesprochen:

  • Wie verhalte ich mich bei der Wildtier-Fotografie?
  • Technische Grundkenntnisse (Zeit, Belichtung und Blende) in der Vogelfotografie

Im praktischen Teil ging es raus in das angrenzende Gelände. Der erhoffte Eisvogel hat sich leider nicht gezeigt ;-) Aber dafür gab es einen jungen Falken als "Model" und die umgebene Natur ist ein lohnenswertes Ziel für Naturfotografen. Wenn sie eine Kamera mitbringen, nehmen sie am besten ein Tele-Objektiv mit.

Service

Während des Vortrages gibt es Kaffee und Wasser. Das Gebäude ist etwas klein für Vorträge, aber ausreichend. Die Folien kann man nach dem Kurs als PDF zugesendet bekommen.

FOTOJELL meint

Sehr empfehlenswert!

Beide Dozenten brachten Ihre Themen spannend und schlüssig rüber. Ich möchte hier nur die Kenntnisse des dozierenden Fotografen bewerten. Diese sind durchweg sehr gut. Das für Anfänger schwierige Thema "Blende und Tiefenschärfe" wurde gut erklärt. Hier scheitern oft viele Kurse bzw. erläutern es erst gar nicht. Der Preis von ist sensationell niedrig und sie unterstützen damit auch noch die Arbeit des Schneckenhauses.

Auch wenn sie sich nicht für Wildvögel interessieren, ist dies ein lohnenswerter und preiswerter Kurs.

Infos zum Anbieter

www.schneckenhaus-gv.de

Update 2015: Leider bietet das Schneckenhaus keine Kurse mehr an und nimmt auch keine gefundenen Jungvögel mehr auf. Schuld sind die Schikanen seitens der Stadt Grevenbroich. Man will das naturnahe Gelände wohl gerne als Baugrundstück veräußern und das "Schneckenhaus" mit verschiedenen Maßnahmen zur Aufgabe zwingen. Dies ergab sich zumindest in Gesprächen mit einigen Leuten. Ich frage mich, wann es in den Köpfen der Politiker endlich ein Umdenken geben wird. Trotzdem lohnt  ein Besuch der schönen Landschaft!

Auch mit mittlerweile 80 Jahren hört man ihn schon aus einiger Entfernung hämmern: Der Künstler "Anatol". Seine Stahl-Skulpturen sind oft überlebensgroß und er kann auf eine spannende Lebensgeschichte zurückschauen: Schüler von Beuys und 3-facher DOKUMENTA-Austeller sind nur zwei Punkte des kaum zu überblickenden künstlerischen Schaffens.

Andreas Jell Fotografie

0179 / 40 57 430

info@fotojell.de

Impressum

Andreas Jell, Neukirchener Str. 72, 41470 Neuss
look@fotojell.de